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Geschichte Türkei
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Die uralte Stadt Çatal Höyük, Eömisches Reich, Osmanisches Reich, Atatürk, Moderne
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Die jüngsten Siedlungen - 13 000 bis 5 000 v. Chr.
Anatolien ab 2 000 v. Chr.
Beginn der römischen Kaiserzeit
Das Osmanische Reich
Kemal Mustafa - “Atatürk” (= Gründer und 'Vater' der Türkei)
Der Kemalismus
Beginn der Annäherung an den Westen und an die Europäische Gemeinschaft
Die Auseinandersetzung mit der kurdischen Bevölkerung
Entwicklung der Türkei im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert
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Die jüngsten Siedlungen - 13 000 bis 5 000 v. Chr.
Die ersten Bewohner des Gebiets der heutigen Türkei hinterließen ihre Spuren in Form von Höhlenmalereien und anderen arschäologieschen Funden. Die ältesten Funde sind mindestens 13.000 Jahre alt. Die Heimat der Türken ist in dieser Zeit allerdings Zentralasien und Westchina. Erst ab dem 11. Jahrhundert sind türkisch sprechende Völker in großen Teilen Anatoliens anzutreffen.
In der Zeit vor 7000 v. Chr. gibt es Funde primitiver Steinwerkzeuge und Waffen, die von den frühen Bewohnern dieser Region benutzt wurden. Zwischen 7000-5000 v. Chr. gibt es erste Belege für jungsteinzeitlichen Ackerbau. Die erste Stadt der Türkei (Çatal Höyük) war eine Siedlung die ca. 40 km. südöstlich von Konya gelegen ist und nach wissenschaftlichen Schätzugen möglicherweise von 7100 bis 6500 v. Chr. existierte.
Obwohl es sich eher um ein Dorf handelte, wird diese Siedlung oft als die älteste Stadt der Welt bezeichnet. Bedeutende archäologischen Errungenschaften in dieser Region sind zum Beispeil eines der sieben Weltwunder der Antike, der Artemis-Tempel in Ephesus oder die Entdeckung von Troja und Pergamon. Die ältesten Siedlungen in den Jahren 5000-3000 v. Chr. (Chalkolithikum) wurden in Alaca Hüyük, Alischar, Can Hasan und Beycesultan gefunden.
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Anatolien ab 2 000 v. Chr.
Aus noch immer ungeklärten Gründen endete das Reich der Hethiter, die zwischen 1900 und 1200 v. Chr. das Gebiet der Zentral-Türkei besiedelten. Mögliche Ursachen könnten Invasion, Bürgerkriege und Hungersnöte gewesen sein.
In den letzten 250 Jahren vor dem Zusammenbruch, dehnte sich das Hethiterreich über weite Teile Anatoliens und Syriens aus. Die hethitische Kultur überlebte bis ca. 700 v. Chr. in diversen Kleinstaaten in Ostanatolien.
Wahrscheinlich fällt auch die Zerstörung der legendären Stadt Troja in diese Zeit. Die ersten schriftlichen Überbleibsel in Form von Tontafeln, stammen aus der Zeit der assyrischen Handelskolonien (um 1950-1750 v. Chr.) mit dem Zentrum Karum Kanesch.
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Beginn der römischen Kaiserzeit
Von 900-300 v. Chr. siedelten und herrschten hier unter anderem Uratäer, deren Herkunft bis heute unbekannt ist, Phryger sowie Kimmerier, die auf ihrem Weg durch Anatolien das Reich der Phryger zerstörten.
Vertrieben wurden die Kimmerier schließlich von König Alyattes, dem König von Lydien. In seine Zeit (609-560 v. Chr.) fällt wahrscheinlich auch die Erfindung des Münzgeldes. Ab 546 v. Chr. gerät Anatolien unter persische Herrschaft und wird 333 v. Chr. zu großen Teilen von Alexander dem Großen erobert. Die Zeit zwischen seinem frühen Tod 323 v. Chr. und dem Beginn der römischen Kaiserzeit wird als hellenistische Zeit bezeichnet.
133 v. Chr. beginnt der römische Einfluss in Kleinasien zu wachsen, wobei von 88-63 v. Chr. mehrere römische Provinzen und Vasallenstaaten entstehen. Kultureller Höhepunkt der römischen Kaiserzeit in Kleinasien ist die Zeit von 98-136 n. Chr. in der Kaiser Trajan und Hadrian regieren.
330 n. Chr. wird Byzanz zur neuen Hauptsadt des römischen Reichs und in Konstantinopel umbenannt. 61 Jahre später wird das Christentum zur Staatsreligion erklärt. 395 n. Chr. wird das Reich in Ost- und Westrom geteilt.
Das Byzantinische Reich - oder auch Oströmische Reich - erstreckte sich zeitweise bis zur arabischen Halbinsel und bis nach Nordafrika. Die Ursrünge dieses Reiches liegen schätzungsweise zwischen 284-641. Regiert wurde Byzanz von der Haupstadt Konstantinopel (Istanbul), die 1453 von den Osmanen erobert wurde.
Vom "Römischen Reich" blieb letztendlich nur die Stadt Monemvasia übrig, die sich 1464 dem Protektorat von Venedig unterstellte. Kein Reich hatte die Geschichte länger überdauert als das Byzantinische Reich, und mit seinem Fall brach eine neue Ära der Menschheitsgeschichte an. Die letzten Reste byzantinischer Kultur existierten bis 1669 auf der venezianischen Insel Kreta, welche schließlich durch die Türken erobert wurde.
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Das Osmanische Reich
Das "Türkische Reich" (Osmanisches Reich) hatte von ca. 1299 bis 1923 bestand, und war über viele Jahrhunderte die einflußreichste Macht in Kleinasien, im Nahen Osten, auf dem Balkan, in Nordafrika und auf der Krim. 1520 bis 1566, zur Zeit der Herrschaft Sultans Süleyman I. des Prächtigen, ist die politische sowie kulturelle Blütezeit des Osmanischen Reiches.
Im Ersten Weltkrieg (1914 -1918) agiert das Osmanische Reich auf der Seite von Deutschland-Österreich und verliert später einige Gebiete an die siegreichen Alliierten.
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Kemal Mustafa - “Atatürk” (= Gründer und 'Vater' der Türkei)
Kemal Mustafa, als Held aus der Schlacht von Tschanakkale (Dardanellenschlacht) und Gründer der Türkischen Republik am 29. Oktober 1923 gefeiert, war später unter dem Namen Atatürk (Vater der Türken) bekannt.
Er führte weitgehende Reformen durch, näherte die Türkei auf kultureller Ebene den westeuropäischen Ländern an und vollzog den Laizismus, die Trennung von Staat und Kirche. Außerdem leitete er bedeutende Schritte zur rechtlichen Gleichstellung von Mann und Frau ein und förderte fortan eine hohe Schulbildung, wobei jetzt auch Mädchen und Frauen Zugang zu Universitäten hatten.
1930 wurde das aktive und 1934 das passive Frauenwahlrecht eingeführt, so dass Frauen sich jetzt auch selbst zur Wahl stellen durften. Im gleichen Jahr beschloss das Parlament, Mustafa Kemal den Namen Atatürk zu verleien.
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Der Kemalismus
Die Ideen und Prinzipien Mustafa Kemal Atatürks, als Kemalismus bezeichnet, basierten auf sechs Prinzipien.
Natinonalismus: Das Recht der Türken auf einen eigenen, modernen und souveränen Staat; Laizismus: Trennung von Religion und Staat; Republikanismus: Im Sinne von Volkssouveränität; Etaismus: staatliche Lenkung der Wirtschaft mit dem Ziel der schnellen wirtschaftlichen Entwicklung; Revolutionismus: Stetige Fortführung von Reformen; Populismus: Politik des Volkes und nicht der Klasse.
Die Reformen Atatürks hatten tiefschürfende Veränderungen auf sozialer, kultureller und wirtschaftlicher Ebene zur Folge und sind verantwortlich für das Bild der Türkei, wie man es heute kennt.
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Beginn der Annäherung an den Westen und an die Europäische Gemeinschaft
Im Zweiten Weltkrieg, von 1939 bis 1945 verhält sich die Türkei neutral, wird in der Zeit von 1960 bis 1980 allerdings von mehreren Militärputschen erschüttert, was immer wieder für wechselnde Verhältnisse sorgt.
Nach den Militärputschen werden Neuwahlen durchgeführt denen ein wirtschaftlicher Aufschwung folgt, wodurch die Türkei zunehmend für Touristen interessant wird.
Von 1984 bis 1990 sieht sich die Türkei einerseits mit Anschlägen der kurdischen Arbeiterpartei PKK, ständig wechselnden politischen Verhältnissen und Inflationsproblemen konfrontiert und bemüht sich andererseits um eine Mitgliedschaft in der Europäischen Gemeinschaft (ab 1993 Europäische Union).
1996 trat die Zollunion zwischen der Türkei und der Europäischen Union in Kraft, während das Europäische Parlament am 6. Oktober 1999 prinzipiell eine Kandidatur der Türkei als Mitgliedsstaat der Europäischen Union befürwortete.
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Die Auseinandersetzung mit der kurdischen Bevölkerung
Obwohl die vor allem im Osten der Türkei lebenden Kurden Jahrzehnte lang unterdrückt wurden, ethnische sowie kulturelle Unterschiede zwischen Kurden und Türken geleugnet und Kurden offiziell als "Bergtürken" bezeichnet wurden, gab es zwischenzeitlich Anlass zur Hoffnung, diesen Konflikt mit politischen Mitteln beizulegen.
Während des Zweiten Golfkriegs, 1990, richtete die Türkei auf ihrem Territorium eine Schutzzone für Hunderttausende irakischer Kurden ein, als irakische Truppen, unter der Führung Saddam Husseins, auf das Bündniss zwischen der USA, ihrer Alliierten und der Türkei, mit dem Angriff auf die kurdische Bevölkerung antwortete.
Unter der Regentschaft Turgut Özals, näherten sich die PKK, die 1978 als Reaktion auf die lange Unterdrückung der Kurden gegründete marxistisch-leninistische Arbeiterpartei Kurdistans und der türkische Staat weiter an, so dass eine friedliche Lösung immer wahrscheinlicher wurde.
1993 starb Turgut Özal allerdings. Im gleichen Jahr wurde Süleyman Demirel zum neuen Staatspräsidenten gewählt. Neue Ministerpräsidentin wurde Tansu Çiller, nach deren Übernahme der Konflikt weiter angeheizt wurde.
Ca. 2000 Dörfer im Osten der Türkei wurdem bis 1994 gewaltsam durch das Militär geräumt und die Bevölkerung wurde aus ihrer Heimat vertrieben. Die PKK antwortete mit Racheaktionen gegen vermeintlich übergelaufene Dörfer und Gruppierungen, bei denen viele Soldaten sowie Zivilisten ums Leben kamen.
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Entwicklung der Türkei im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert
Begünstigt durch wirtschaftliche und soziale Probleme und die daraus resultierende Unzufriedenheit der Bevölkerung, konnte sich zum ersten Mal in der türkischen Geschichte eine islamistische Partei (RP) bei den Parlamentswahlen am 24. Dezember 1995 behaupten.
Aber nicht nur soziale und wirtschaftliche Faktoren spielten eine Rolle. Sondern auch der Versuch von Politikern religiöse Empfindung in den vorangegangenen Jahrzehnten zu instrumentalisieren.
Nach einigen dubiosen Zwischenfällen, wie einem bis dato ungeklärten Autounfall am 3. November 1996, bei dem eine Gruppierung von Politikern und Angehörigen des organisierten Verbrechens, wurde dem Staat vorgeworfen sich mit der "Unterwelt" verbündet zu haben. Ihnen wurden unter anderem Morde an kurdischen Oppositionellen und liberalen Journalisten zur Last gelegt.
Das Militär sah das laizistische Erbe Atatürks durch die Politik Necmettin Erbakans gefährdet, so dass dieser am am 30. Juni 1997 zurücktreten musste. Die Wohlfahrtspartei RP wurde am 16. Januar 1998 vom Verfassungsgericht verboten. Auf diese Entwicklung folgte eine Spaltung der Islamisten. Der gemäßigte Teil unter dem derzeitigen Ministerpräsidenten Erdogan akzeptiert die demokratisch-laizistische Struktur der Türkei.
1999 starben 20 000 Menschen als Folge eines schweren Erdbebens, das Izmit und die Marmararegion verwüstete. Auch Istanbul wurde in Mitleidenschaft gezogen. In vielen Europäischen Staaten, darunter auch Deutschland und Frankreich, war eine große Solidarität mit den Opfern zu beobachten. Die Hilfeleistungen aus diesen wie auch aus anderen Ländern wurden von der türkischen Bevölkerung als wichtiges Zeichen insbesondere hinsichtlich einer gemeinsamen Europäischen Identität empfunden und stärkten das Zusammengehörigkeitsgefühl.
2001 und 2002 in Kraft tretende Verfassungsänderungen, namentlich Reformen im Bereich der Menschen- und Bürgerrechte, sowie der Renten- und Krankenversicherung, begünstigten die Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union.
Recep Tayyip Erdogan konnte zunächst nicht das Amt des Ministerpräsidenten bekleiden, da er 1998 wegen einer "öffentlichen Äußerung islamistischer Parolen" (Zitierung eines religiösen Gedichts) verurteilt und vorbestraft worden war.
Erst 2003, nachdem einige Gesetze, die Verurteilten wie ihm die Ausübung politischer Tätikgeiten verboten, geändert wurden, konnte Erdogan bei Nachwahlen in der Provinz Siirt das Amt des Ministerpräsidenten übernehmen.
Zwar gab es Überlegungen der türkischen Armee, im Irakkrieg 2003 in den kurdischen Teil des Irak einzumarschieren, der USA und ihren Verbündeten wurde die Nutzung ihrer Militärbasen aber verweigert. Die darauf folgende "Sackaffäre", bei der zivil gekleidete türkische Armeeangehörige von US-Streitkräften am 4. Juli 2003 im Irak gefangen genommen wurden, stellte nach einigen anderen diplomatischen Verwerfungen den diplomatischen Tiefpunkt zwischen der Türkei und den Vereinigten Staaten dar.
Am 17. Dezember 2004 entschieden die Staats- und Regierungschefs der EU in Brüssel, dass am 3. Oktober 2005 mit der Türkei Verhandlungen über den EU-Beitritt aufgenommen werden. Nach 10 - 15 Jahren soll geprüft werden, ab die Türkei die Beitrittsbedingungen erfüllt hat und ob die Europäische Union die Aufnahme der Türkei auf politischer und wirtschaftlicher Ebene verkraften kann.
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Die uralte Stadt Çatal Höyük, Eömisches Reich, Osmanisches Reich, Atatürk, Moderne
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