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EU-Beitritt Türkei
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Bestrebungen der Türkei zum Beitritt zur Europäischen Union
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Das Verhältnis zwischen EU und Türkei
Die Beziehung zwischen der EU und der Türkei hat gerade die Alter der goldenen Hochzeit erreicht ohne djemals verheiratet gewesen zu sein. Beide Seiten führen ihr Singleleben wie es unserem modernen Zeitgeist entspricht und können sich dabei doch nicht voneinander lösen. Der Aufnahmeantrag der Türkei liegt schon über 40 Jahre zurück. Der Wunsch der Türkei sich an Europa zu orientieren, europäische Werte zu übernehmen, das Gesicht zu Europa hin zu wenden, entsteht bereits im 18./19. Jahrhundert.
Ohne auf die Details der Geschichte eingehen zu wollen, müssen die intensiven Bemühungen verschiedener Regierungen und Gruppierungen im osmanischen Reich im Hinterkopf behalten werden. Mit Beginn des Zerfalls des Reiches suchte man Lösungen mit Blick auf Europa.
Die Gesichter der Eliten waren stets nach Westen gewendet, nicht nach Osten. Sowohl die Gründung der neuen türkischen Republik, als auch die durch dessen Gründer Mustafa Kemal Atatürk eingeleiteten Reformen waren an westlichen, an europäischen Ideen und Normen orientiert. Atatürk versuchte nicht das zerschlagene Reich zu retten. Von Anfang an schwebte ihm vor, einen souveränden Staat, die türkische Republik zu gründen.
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Orientierung an Westeuropa
Die Türkei trat relativ früh der NATO bei und fühlte sich, zumindest was die Eliten und die Regierungen angeht, westlich. Die eingeleiteten Reformen waren aber eben nur eingeleitet, von oben angeordnet. Man übernahm verschiedene Gesetzgebungen aus Italien, Schweiz, Deutschland und Frankreich und hoffte damit die Gesellschaft neu zu organisieren.
Die Kleidungsordnung und das Alphabet wurden geändert, der Laizismus (Trennung von Staat und Religion) in der Verfassung verankert. Was wirklich bewusst vergessen worden ist, war die Einführung einer humanistischen Demokratie. Hier muss man natürlich erwähnen, dass die jungen Demokratien in Europa Anfang des 20. Jahrhunderts alles andere als humanistisch waren. Deshalb wurde in Ländern, wie der Türkei und zeitweise auch Griechenland, die Demokratie so interpretiert, wie es gerade passte.
Hinzu kommt, dass sowohl die Türkei, als auch ihr Vorgänger, das Osmanische Reich keine Reformation erlebt hatten. Eine industrielle Revolution wie sie im Westen zu beobachten war, fand nicht statt. Es gab weder Arbeitserfahrung, noch angehäuftes Kapital, geschweige denn ein starkes Unternehmertum oder eine Arbeiterklasse. Alle diese Faktoren waren in vielen Ländern jedoch unverzichtbare Bedingungen für den Demokratisierungsprozess.
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Aufbruch in die Moderne
Die Türkei war ein Agrarland, aber ein Bauernaufstand fand nie statt. Die türkischen Bauern waren in keiner Weise vorbeitet auf die eilig durchgeführten Reformen und hatten zum Teil große Schwierigkeiten damit. Islamismus, feudale Strukturen sowie der Analphabetismus einerseits und das Obrigkeitsdenken mit einer starken, autoritären Armee andererseits haben die Europäisierung des Landes bis heute behindert und verzögert.
Allerdings sind in den letzten zehn Jahren in vielen Lebensbereichen enorme positive Veränderungen eingetreten, die so nicht voraussehbar waren. Diese Veränderungen, vor allem auf wirtschaftlicher Ebene wurden von der europäischen Öffentlichkeit kaum wahr genommen.
Eine neue Mittelschicht formierte sich mit rasanter Geschwindigkeit, nicht nur in bekannten Metropole wie Istanbul, Izmir oder Ankara, sondern zum Teil auch in Anatolien. Diese Mittelschicht, die auch als anatolische ‚Burjuvazi’ oder neuerdings als ‚islamische Calvinisten’ bezeichnet wird, ist politisch selbstbewusst geworden und wehrt sich zunehmend gegen autoritäre Strukturen.
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Entwicklung einer Eigendynamik
Die Umwandlung, die das Land vollzieht, geschieht so schnell und umfassend, dass die eigentlichen Akteure sie selbst nicht erfassen können. In erster Linie verändern sich Wertesysteme. Die Herrschaft der Männer wird nicht mehr als von Gott gegeben angenommen. Das Gesundheits- und das Bildungssystem wurden und werden mit großer Nachgiebigkeit modernisiert. Eine neue Technikerschicht ist entstanden, die nicht nur selbstbewusst, sondern auch stark westlich orientiert und meist mehrsprachig ist.
Alleine der Kandidatenstatus und der Beginn der Verhandlungen zum Beitritt der Türkei zur EU im Oktober 2005 haben dem Land einen weiteren Auftrieb in Richtung Demokratie und Reformen gegeben.
In den letzten Jahren erlebte die türkische Wirtschaft einen Aufschwung sowie hohe Kapitalzuflüsse ausländischer Investoren. Dabei wird der Investitionsbereitschaft von ausländischen Kapitalgebern eine große Bedeutung beigemessen, da Investoren in der Regel früher und besser informiert sind.
Die zukünftige Entwicklung bleibt daher mit Spannung abzuwarten.
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nach oben
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Touristenvisum, Langfristige Aufenthaltserlaubnis, Doppelbsteuerungsabkommen Türkei
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